14. September 2025 Erntedank-Gottesdienst in der reformierten Kirche Schwanden

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Erntedank, Alphörner und eine Liedpredigt
Am 14. September 2025 wurde in der reformierten Kirche Schwanden der Amtsantritt der neuen
Pfarrerin Regula Eschle Wyler mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert. Anschliessend
nutzten viele den angebotenen Ernteznüni für ein geselliges Beisammensein.
Text: Swantje Kammerecker

Es war ein feierlicher Rahmen: Während sich das Auge an der wunderschönen Herbstdekoration
in der Kirche erfreuen durfte, wurde auch den Ohren ein Schmaus geboten. Die Alphorngruppe
Tödifirn mit Werner Feldmann, Helmut und Nicole Fritschi sowie Monika Gwerder sorgte
zusammen mit Richard Grand an der Orgel für die reichhaltige und passende Musikumrahmung
des regionalen Erntedank- und Begrüssungsgottesdienstes für und mit Pfarrerin Regula Eschle
Wyler. Gänsehautmomente stellten sich ein, als nach dem Regen am Morgen die
Sonnenstrahlen doch noch ihren Weg durchs bunte Kirchenfenster fanden und die Treppe, auf
der das Alphornquartett musizierte, mit zarten Regenbogenfarben übergossen.
Da war er, der Regenbogen, ein Zeichen für Gottes Bund und sein Versprechen, mit seinen
Menschen immer wieder einen Neuanfang zu wagen. Hansueli Knobel als Kirchenratspräsident
übernahm die o􀆯izielle Begrüssung der Pfarrerin Regula Eschle Wyler; anwesend war auch der
Kirchenratspräsident von Ennenda Ivo Oertli. Die beiden Kirchgemeinden haben eine engere
Zusammenarbeit geplant und werden diese in nächster Zeit entwickeln. Der engagierte
Kirchenrat von Schwanden, welcher den Anlass samt feinem Ernteznüni vorbereitet hatte, war
ebenfalls anwesend und unterstützte während des Gottesdienstes bei den Bibellesungen.
Im Zentrum der Predigt stand das berühmte Bauernlied des Dichters Matthias Claudius, das
auch im reformierten Kirchengesangbuch unter Nr. 540 zu finden ist: „Wir pflügen und wir
streuen den Samen auf das Land. Doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand“,
heisst es da; und im Refrain: „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm,
dankt… und ho􀆯t auf ihn.“ Alle vier Strophen sang die Gemeinde, in Schwanden üblicherweise
im Stehen, im Wechsel mit der Wortverkündigung der Pfarrerin - man war also immer etwas in
Bewegung, und zwar mit Körper und Geist.
Zur Zeit von Matthias Claudius (1740-1815), der ohne eine feste Anstellung 11 Kinder ernähren
musste, als es noch keine Nahrungssicherheit in Europa gab wie zu unserer Zeit und wo die
Bauern in Abhängigkeit von der Obrigkeit standen, war das Bewusstsein für den Gott, der lenkt
und schenkt, noch sehr präsent. „Heute sind wir zwar satt bis übersättigt an Nahrung, aber die
Seelen hungern umso mehr nach der Liebe Gottes und nach Zuwendung durch die Menschen“,
betonte die Pfarrerin. Auch für dieses Geschenk gilt es dankbar zu sein. Beklagen müssen wir
aber nach wie vor die ungerechte Verteilung der Güter auf der Welt und den Mangel an vielen
unerfüllten Grundbedürfnissen. Foodwaste hier – Krieg, Hunger und Vertreibung dort: ein Aufruf
an uns Christen, uns für Gerechtigkeit einzusetzen. Danken, loben, Demut und tätige Liebe – wie
es Jesus Christus vorgelebt hat. Die Freude über das Gute geniessen, das kam anschliessend
auch nicht kurz beim Apéro riche in schöner Gemeinschaft.

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2025.9.14 Erntedankgottesdienst
15.09.2025
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Ruedi Kuchen und Weitere